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Generative KI hat eine dominante Präsenz im Bildungsdiskurs entwickelt. Professor Christopher Ostro bietet einen „Mosaik-Ansatz“, um Pädagogen dabei zu helfen, sich in der aktuellen KI-Landschaft zurechtzufinden.
Die Nutzung von KI durch die Studierenden wurde offensichtlich, als sie Arbeiten einreichten, deren Inhalt nicht mit der vorgegebenen Wortzahl, den Formatierungsvorgaben und der erforderlichen Anzahl an Quellen übereinstimmte. Diese Arbeiten entsprachen nicht den Anforderungen des Kurses und wurden oft vollständig eingereicht, ohne den Entstehungsprozess darzulegen. Die große Mehrheit seiner Studierenden, die KI nutzten, bezog sich auf dieselben wenigen Quellen, von denen einige frei erfunden waren.
Ein vollständiges Verbot der KI-Nutzung war keine produktive Lösung. Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass Schüler KI auf ethische Weise nutzen können, um bestehende Arbeiten zu verbessern. Der ständige Versuch, Schüler bei der Nutzung von KI zu erwischen und dies als Betrug zu betrachten, schadete den Beziehungen zu den Schülern. Es war zeitaufwändig, jede Eingabe über ChatGPT laufen zu lassen und wahllos KI-Detektoren einzusetzen, in der Hoffnung, ähnliche Ergebnisse wie die Schüler zu erzielen. Auch das Unterrichten machte keinen Spaß mehr.
Da die meisten Studenten bereits KI nutzen und sie verstehen wollen, erklärt Professor Ostro, dass seine strenge Politik ein Umfeld geschaffen hat, in dem nur Abstinenz herrscht. Die Erstellung klarer Richtlinien und die Schulung der Studenten im richtigen Umgang mit KI ist ein realistischerer Ansatz.
Es ist auch wichtig zu verstehen, woher die Studierenden kommen. Angesichts eines sich verschlechternden Arbeitsmarktes und steigender Lebenshaltungskosten müssen Studierende Berichten zufolge mehr Stunden arbeiten und gleichzeitig ihr Studium fortsetzen. Einige Studierende, die sich während COVID in einer kritischen Lernphase befanden, verfügen nicht über wichtige Fähigkeiten. Außerdem müssen sie sich mit Kursen mit unterschiedlichen KI-Richtlinien auseinandersetzen.
Mosaikansatz
Aufgaben zur KI-Kompetenz: Die Studierenden benötigen Anleitung zum Umgang mit KI. Die meisten von ihnen nutzen KI ohne ausreichende Medienkompetenz und ohne Skepsis gegenüber den Fehlern, die KI machen kann. Als Lehrkraft können Sie dies nur vermitteln, wenn Sie mit diesen Tools vertraut sind.
AI-Offenlegungsformular: Dies gibt den Studierenden die Möglichkeit, gegenüber ihren Dozenten ehrlich zu sein, um Verstöße gegen den Ehrenkodex zu verhindern. Es ist nicht perfekt, da manche es vergessen oder lügen könnten, aber es ist wichtig, seine Transparenz zu betonen. Wenn dieses Formular in Ankündigungen, auf jeder Aufforderung, im Lehrplan und auf einer eigenen Seite mit Video/Text zu finden ist, können die Studierenden es weniger leicht vergessen. Hier ist ein Beispiel.
KI-Erkennung (mit Transparenz): Die KI-Erkennung ist besser geworden, hat geringere Falsch-Positiv-Raten und ist zuverlässiger als das menschliche Auge. Diese Tools sind noch nicht perfekt und erfordern menschliches Urteilsvermögen. Ein hoher KI-Wert kann eher auf eine ethische Nutzung als auf schwerwiegende akademische Unredlichkeit hindeuten. Die Einhaltung der FERPA-Vorschriften ist wichtig. Informieren Sie sich daher vor der Nutzung bei der IT-Abteilung Ihrer Schule über die Datenschutzrichtlinien des Tools.
Prozessverfolgung: GoogleDocs und Office365 verfügen über detaillierte Versionshistorien. Wenn ein Dozent die Verwendung von Tools bemerkt, die die Versionshistorie eines Dokuments fälschen, besteht kein Zweifel daran, dass der Student in böser Absicht handelt. Die Versionshistorie kann aufgrund von Reisen oder schlechtem WLAN fehlerhaft sein. Ein Student möchte möglicherweise auch aus Gründen wie Datenschutzbedenken die Versionshistorie nicht freigeben.
Unangenehme Gespräche: Laut den Erfahrungsberichten von Professor Ostro sind die meisten Studenten keine erfahrenen Lügner. Wenn ihnen Verständnis entgegengebracht wird, sind sie eher bereit, ehrlich zu sein. Das Vorlegen von Beweisen und das Verweisen auf frühere Fälle von akademischer Unredlichkeit helfen bei diesem Gespräch.
Zweite Chancen: Untersuchungen von Dench & Joyce zeigen, dass Studierende nach einem erwischten Betrugsversuch seltener erneut betrügen. Professor Ostro merkt an, dass das Gewähren einer zweiten Chance „es Ihnen ermöglicht, mit viel größerer Sicherheit zu handeln, indem Sie die Studierenden ermutigen, dieses neue Tool (vielleicht noch etwas unbeholfen) auszuprobieren, während Sie gleichzeitig Studierende, die in böser Absicht handeln, zur Verantwortung ziehen“.
Vorteile: Der Mosaik-Ansatz hat eine ehrlichere Kommunikation mit den Schülern ermöglicht. Weniger Schüler mussten wegen Verstößen gegen den Ehrenkodex gemeldet werden, während mehr Schüler ihre Fehler korrigierten und selbst meldeten. Wenn Schüler wegen Verstößen gegen den Ehrenkodex identifiziert wurden, war dies zu 100 % korrekt. Das Feedback konzentriert sich nun hauptsächlich darauf, den Schülern zu helfen, zu verstehen, wie sie sich verbessern können. Das Unterrichten macht wieder Spaß!
Nachteile: Obwohl die Ergebnisse die akademische Ehrlichkeit verbessert haben, besteht nach wie vor eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich unehrlicher Studierender. Der Mosaic-Ansatz erfordert, dass die Lehrkräfte mit der aktuellen Technologie vertraut sind, was einen erheblichen Zeitaufwand bedeutet. Professor Ostro ist nicht überzeugt von der Skalierbarkeit für Lehrkräfte, die mit KI nicht vertraut sind, für Studierende, die eher zynisch/abschlussorientiert sind, und für asynchrone Kurse.
Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Pangram. Die Kontaktdaten von Professor Ostro finden Sie unten:
E-Mail: Christopher.Ostro@colorado.edu
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ochristo/
BlueSky: https://ochristo.bsky.social/
