Bislang haben Dozenten eher die Endergebnisse als den Lernprozess der Studierenden bewertet. Die KI stellt diese Vorgehensweise auf den Kopf, da sie die Endergebnisse liefert, ohne dass die Studierenden den erwarteten Lernprozess durchlaufen müssen. Dozenten müssen sich nun mit der Tatsache auseinandersetzen, dass die Endergebnisse zwar korrekt sind, der mangelnde Einsatz der Studierenden jedoch nicht dazu beiträgt, die Lernziele zu erreichen.
Eine vollständige Überarbeitung aller Prüfungen mag zwar wie die Lösung klingen, ist jedoch zeitaufwendig, wenn nicht gar unrealistisch umzusetzen. Stattdessen empfiehlt Professor Gulya einen besonnenen Ansatz, bei dem sowohl punktuelle Anpassungen als auch umfassende Überarbeitungen zum Einsatz kommen. Die Aufgaben zur Überarbeitung der Prüfungen lassen sich in zwei Kategorien einteilen: punktuelle Anpassungen und umfassende Überarbeitungen.
Ein Patch ist eine schnelle Lösung für mögliche Schwachstellen in Ihrer Bewertung. Wenn bestimmte Fristen eine vollständige Neubewertung nicht zulassen oder wenn Sie mehrere Klassen unterrichten, wäre GEM ein guter Ansatz.
G – Verankern Sie die Leistungsüberprüfung in einer anderen Unterrichtseinheit oder einem anderen Modul. Wenn eine Leistungsüberprüfung im Zeitalter der KI an Aussagekraft verloren hat, kann die Verlagerung in ein anderes Modul oder eine andere Aufgabenart den Lernenden helfen, Verbindungen zwischen den Fächern herzustellen. So lässt sich beispielsweise eine schriftliche Aufgabe in eine offene Klassendiskussion umwandeln.
E – In die Aktivität integrierte KI. Ein hervorragendes Beispiel für die Einbettung von KI war die Entwicklung eines KI-Chatbots durch Professor Gulya. Mithilfe von ChatGPT erstellte er einen maßgeschneiderten GPT, der den Studierenden aus der Perspektive eines kleinen Kindes sehr spezifische Fragen stellte. Die Aufgabe bestand darin, über einen interessanten Film zu sprechen und jede Frage des Bots zu beantworten. Die Studierenden erhielten daraufhin aufschlussreiches Feedback vom Bot. Bei der Entwicklung legte Professor Gulya sehr spezifische Grenzen fest, um sicherzustellen, dass der GPT den Studierenden die Antworten nicht direkt verriet.
M – Multimedia. Lernaktivitäten wie Diskussionsforen können von reinen Textbeiträgen zu Formaten umgestaltet werden, bei denen die Studierenden mit Videos einbezogen werden, sofern sie damit vertraut sind.
Eine grundlegende Überarbeitung stellt einen völlig neuen Ansatz für eine Leistungsüberprüfung dar. Da solche Überarbeitungen aufwendig und zeitintensiv sind, empfiehlt es sich, pro Semester nur ein bis zwei davon durchzuführen. Bei der Planung einer grundlegenden Überarbeitung der Leistungsüberprüfung stellen sich folgende wichtige Fragen: • Wie kann ich gefragte Kompetenzen in den Vordergrund stellen? • Wie sollen meine Kurse aussehen? • Wie kann ich einen besseren Lernraum schaffen?
Der Überholungsprozess kann Folgendes umfassen:
Alternative Leistungsbewertung Da Studierende durch Noten motiviert werden und wissen, dass Dozenten oft mehr Wert auf Ergebnisse legen, neigen sie dazu, Abstriche zu machen, um bessere Noten zu erzielen. Indem man den Fokus von den Noten weg verlagert und die Bewertung am Lernprozess ausrichtet, können sich die Studierenden stärker auf das Lernen und weniger auf das Endergebnis konzentrieren.
Transparenz Studierende sollten die Möglichkeit haben, den Einsatz von KI offenzulegen, und Dozenten sollten klar darlegen, in welchem Umfang der Einsatz von KI im Rahmen des Kurses zulässig ist. Eine Skala zur Einstufung des Einsatzes kann den Studierenden helfen, die ethischen Aspekte der KI zu verstehen.
Umfang der KI-Nutzung von Leon Furze
Metakognitive Übungen Ein prozessorientiertes Benotungssystem belohnt Kreativität und Reflexion. Die Schüler brauchen die Möglichkeit, ihre Bewertungen zu reflektieren, um echtes Lernen zu fördern.
Für weitere Informationen zu GEM oder zum Thema „Bewertung neu denken“ hat Professor Gulya den folgenden QR-Code bereitgestellt

Destiny ist Praktikantin im Bereich Marktforschung bei Pangram. Außerdem studiert sie an der NYC College of Technology Angewandte Mathematik und Chemie. Destinys Arbeit bei Pangram hat wesentlich zur Erforschung von KI-Müll im Internet beigetragen. Neben ihrer Arbeit und ihrem Studium widmet sich Destiny leidenschaftlich dem kreativen Schreiben und der Horrorliteratur.






