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Die Zwischenprüfungen stehen vor der Tür und viele Studenten versuchen, sich mit Hilfe von KI bei Hausarbeiten, Tests und Diskussionsaufgaben einen Vorteil zu verschaffen. Aber da Schulen und Universitäten immer besser darin werden, Betrüger zu entlarven, die KI für ihre Aufgaben nutzen, werden die Studenten immer geschickter darin, nicht erwischt zu werden.
Studierende können einen von KI generierten Aufsatz bearbeiten, um KI-Detektoren zu täuschen, indem sie Grammatik- und Zeichensetzungsfehler einfügen, bestimmte Wörter und Ausdrücke entfernen und ganze Sätze und Absätze umformulieren. Sie testen den Aufsatz mit kostenlosen Online-KI-Detektoren wie Copyleaks oder ZeroGPT, bis er so weit bearbeitet ist, dass er nicht mehr als KI-Text erkannt wird. Das ist insgesamt sehr zeitaufwendig – Zeit, die ein Student wahrscheinlich für das Verfassen einer eigenen Arbeit hätte aufwenden können. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Das Umgehen des Detektors durch Bearbeiten ist nicht völlig narrensicher. Das KI-Detektor-Tool von Pangram wird auch dann noch ausgelöst, wenn der Text vollständig umformuliert wurde. Das liegt daran, dass es nicht nur Wörter, sondern auch winzige Markierungen in Struktur, Organisation und Tonfall erkennt. Diese Markierungen lassen sich durch Bearbeiten nicht vollständig entfernen. Die Schüler versuchen es zwar, aber es funktioniert nicht – moderne KI-Detektoren erkennen bearbeitete KI-Texte mit hoher Genauigkeit.
Studierende verwenden auch KI-Programme, sogenannte Humanizer, wie Grammarly, Quillbot und Undetectable AI, die von KI generierte Texte umformulieren, umschreiben und neu strukturieren, damit sie natürlicher und menschlicher klingen.
Die gute Nachricht ist, dass humanisierter Text vom menschlichen Auge erkannt werden kann. Möglicherweise fallen Ihnen unnatürliche und unpassende Synonyme auf, wie beispielsweise „Kanten abschneiden“ anstelle von „Ecken abschneiden“. Weitere Anzeichen sind überflüssige oder fehlende Leerzeichen und nicht standardmäßige Zeichen, also Tricks, mit denen Humanisierer Detektoren umgehen.
Darüber hinaus sind Humanizer nicht perfekt gegen KI-Detektoren. Pangram ist in der Lage, humanisierten Text zu erkennen, und erreicht dabei eine Genauigkeitsrate von über 90 % für alle getesteten Humanizer-Programme.
Die Versionshistorie in Google Docs zeigt alle an einem Dokument vorgenommenen Änderungen mit Zeitstempeln an, wodurch erkennbar wird, ob Text kopiert und eingefügt wurde. Mit der Funktion „Writing Playback“ von Pangram können Nutzer ebenfalls die Historie von Google Docs einsehen.
Bei Verdacht auf akademisches Fehlverhalten können Studierende von ihrem Professor oder einer Stelle für akademische Integrität aufgefordert werden, Nachweise über ihren Schreibprozess und ihren Schreibstil vorzulegen, darunter Gliederungen, Notizen, frühere Entwürfe und den Verlauf in Google Docs. Um diese übliche Überprüfung der Nachweise zu bestehen, können Studierende, die KI verwendet haben, den Schreibprozess vortäuschen. Anstatt zu kopieren und einzufügen, können sie einen von KI generierten Aufsatz manuell in Google Docs eingeben und so tun, als würden sie ihn bearbeiten, um ihn dann als Beweis dafür zu verwenden, dass er von einem Menschen geschrieben wurde. Sie können auch falsche Notizen schreiben oder eine Gliederung fälschen. Darüber hinaus simulieren Programme, sogenannte Auto-Typer, den menschlichen Schreib- und Bearbeitungsprozess in einem Google-Dokument, um den Anschein zu erwecken, dass der Studierende dies selbst getan hat.
Der Verlauf von Google Docs kann zwar als Beweis dafür dienen, ob der Aufsatz eines Studenten original oder plagiiert ist, sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden, insbesondere wenn es um die Entscheidung in einem formellen Fall von akademischem Fehlverhalten geht. Abgesehen davon, dass clevere Studenten ihren Schreibprozess fälschen, kann es vorkommen, dass ein Student mit einer knappen Frist überhaupt keine Gliederung oder Notizen hat, wenn er den endgültigen Entwurf in Eile in einem Zug getippt hat. Andere Methoden zur Überprüfung, ob ein Student KI verwendet hat, sind zuverlässiger.
KI-Inhaltsdetektoren sind oft in Canvas oder Google Classroom integriert, wo Studierende ihre Arbeiten einreichen. Um den Detektor vollständig zu umgehen, kann ein Studierender versuchen, eine Aufgabe stattdessen per E-Mail oder persönlich einzureichen. Dabei kann er Ausreden vorbringen wie „Canvas funktioniert nicht mehr“, „mein WLAN ist ausgefallen“ oder „ich habe es handschriftlich verfasst, weil mein Hund meinen Computer gefressen hat“. Sie könnten versuchen, eine beschädigte Datei oder ein alternatives Dateiformat einzureichen, damit der Detektor den Text nicht lesen kann. Das verschafft ihnen zumindest etwas Zeit, während sie das Problem beheben oder mit dem Dozenten verhandeln.
Die klare Kommunikation von Erwartungen ist entscheidend, um akademisches Fehlverhalten zu verhindern. Lehrkräfte sollten die Anforderungen für die Einreichung von Aufsätzen im Lehrplan und in den Aufgabenbeschreibungen genau angeben, einschließlich des Ortes, der zulässigen Dateiformate (z. B. .pdf, .docx) und der Frist. Weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass Sie keine Aufsätze akzeptieren, die diesen Anforderungen nicht entsprechen.
Andererseits haben Studierende manchmal Probleme mit der Technik. Eine offene Haltung gegenüber akademischen Fragen kann ebenfalls dazu beitragen, Unehrlichkeit zu verhindern. Verweisen Sie Studierende bei Problemen mit Software und Hardware an den technischen Support von Canvas, Ihre IT-Abteilung und andere Ressourcen Ihrer Hochschule. Computerräume und Bibliotheken sind ideale Orte für Studierende, um Zugang zu einem Gerät und einer Internetverbindung zu erhalten. Arbeiten Sie gegebenenfalls mit der Behindertenbeauftragten Ihrer Hochschule zusammen, um Studierenden zu helfen, angemessene Vorkehrungen für Ihren Kurs zu treffen.
Gängige Methoden zur Umgehung der KI-Erkennung sind entweder vermeidbar, erkennbar oder umgehbar. Im Wettrüsten mit KI sind die Schulen den Schülern noch einen Schritt voraus – zumindest vorerst.
